Wie lange wird es die Monogamie noch geben?

Wir haben viel gehört über Männer, die angeblich nicht zuhören und über Frauen, die nicht Auto fahren können. Gewohnheiten und Unterschiede erklären wir mit der Evolution, warum akzeptieren wir dann nicht auch, dass wir nicht monogam sind?

Das Wort Monogamie kommt ursprünglich aus der Biologie und beschreibt einen Zusammenschluss zweier Lebewesen, deren Fortpflanzug exklusiv ist. Schnell denken wir da an Schwäne, Pinguine und wie ich letztens lesen durfte, nun auch Präriewühlmäuse, deren Beziehungen auch ohne gesellschaftliche Zwänge und Einfluss der Kirche treu und monogam verlaufen.

Gleichzeitig gibt es aber genügend Serien wie Sex and the City, die das Singlesein propagieren. Sich auf sein Leben konzentrieren und Liebes- sowie Sexbeziehungen nur kurzzeitig führen, damit es auch gar nicht zu anstrengend wird und man sich und seine Träume verwirklichen kann. Zudem kommt eine starke Vernetzung, die uns die Möglichkeit gibt Kontakt mit allen Menschen der Welt aufzunehmen und genügend Communitys, in denen man auf flirtwillige interessante Menschen trifft. Die Versuchung einen unkomplizierten Seitensprung zu wagen, ist daher unendlich groß und ganz nah. Niemand wird dafür noch großartig gesellschaftlich in die Ecke gedrängt oder schief angsehen.

Wir möchten heutzutage beides wir wollen eine Präriewühlmaus in The City sein. Wir glauben noch ganz geheim an die große Liebe und die Ehe, die wir aus Filmen kennen, werden aber immer wieder von den Verlockungen umgarnt, die uns die neue technisierte liberalen Welt vor die Füße wirft. Mobilisierung, Internet und Globalisierung geben uns so viele Möglichkeiten, dass eine monogame Beziehung immer unattraktiver wird. Sobald es anstrengend wird, haben wir keine Lust mehr und vergöttern wieder das einfache Singleleben. Wozu auch der Stress? Es gibt ja genügend interessante Menschen da draußen! Oder nicht?


One Response

  1. Reh Says:

    Da ist wieder mal die alte Kluft zwischen Natur und Kultur angesporchen worden! Der Mensch soll bloß ein instinktreduzierrtes Tier sein, weshalb ihn die Anforderungen der Gesellschaft vor angeblich unerfüllbare Aufgaben stellen. Aber ohne Gesellschaft können wir nicht und die Regeln derselben getsalten wir selbst mit! Es gibt doch schon genügend Leute in offenen Beziehungen sowie glückliche Singles ohne Sex oder mit Onenightstands. Aber die Entscheidung muss ja jeder für sich selbst selbst treffen und wenn der/die Partner damit einverstanden sind, sehe ich kein Problem!

    Wobei mir auffällt: Welche Meinung hast DU dazu eigentlich? klingt so, als ob du an Mono- UND Polygamie was auszusetzen hast. Bleiben nur lebenslange Enthaltsamkeit und platonische Freundschaft?

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